Eines der Kernelemente des Therapiekonzeptes der Biokinematik sind spezielle Körperübungen, welche die Wiederherstellung der Muskelfunktion und Beweglichkeit zum Ziel haben.
Rund um die Durchführung und die Folgen dieser Übungen tauchen immer wieder Fragen auf, die an dieser Stelle kurz angesprochen werden:
In der Regel tritt ein bis zwei Tage später ein starker bis sehr starker Muskelkater auf, der nach ca. drei Tagen wieder abklingt. Bei vorbestehenden Beschwerden ist eine Erstverschlimmerung möglich. Diese ist grundsätzlich positiv zu werten, denn sie wird durch die Umbauprozesse und die Neuabstimmung der Muskelgruppen zueinander ausgelöst. Sie stellt eine gute Indikation dar, dass die Therapie anschlägt. Der Mensch ist hier jedoch individuell, so dass eine zu pauschale Aussage unmöglich ist.
Entgegen der allgemeinen Auffassung ist der Muskelkater keine Verletzung von Mikrofasern im eigentlichen Sinn und auch keine Übersäuerung der Muskulatur. Er ist direkte Folge der Wahrnehmung eines Umbauprozesses, bei dem zusätzliche Muskelfaser-Moleküle eingebaut werden. Hierzu sind „Einrisse“ (Sollbruchstellen) in den Muskel-Elementen notwendig sind, die mikroskopisch sichtbar sind. Diese Risse sind insofern vom Körperbewusstsein beabsichtigt. In der Umbauphase ist die Muskulatur noch nicht perfekt aufeinander abgestimmt und so kommt es zu einer Wahrnehmung von Schmerz, bis alle Muskelstrukturen wieder vollständig in das Körperbewusstsein integriert sind.
Die im Rahmen der Biokinematik-Therapie durchgeführten Übungen werden bewusst langsam und ohne „Reißen“ durchgeführt. Da hier auf sehr effektive Weise Umbauprozesse der Muskulatur angeregt werden, ist der nachfolgende Muskelkater meist sehr viel stärker als bei Krafttraining/Fitnessübungen.
Das Behandlungskonzept hat mit Stretching- oder Dehnungstechniken nichts gemeinsam.
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