Muskuläres Trainingskonzept der Biokinematik
Das Kernstück des Behandlungskonzeptes der Biokinematik sind körperliche Übungen, welche die Wiederherstellung einer kraftvollen Beweglichkeit des Menschen zum Ziel haben. Sie gehen auf den Arzt Walter Packi zurück, sind zum Teil aber auch von anderen Therapieformen übernommen und weiterentwickelt worden. Diese Übungen haben das Ziel, durch ganz spezielle Muskelreize den Körper zur einer schnellen Selbstregulation zu veranlassen und ihm so wieder eine problemlose Bewegungsdurchführung zu ermöglichen.
Die Übungen werden konzentriert langsam und weitgehend kraftarm durchgeführt. Im gewünschten Grenzbereich der Beweglichkeit kommt es meist innerhalb kürzester Zeit zu einer Ermüdung der ausgewählten Muskelstruktur. Dieses Vorgehen ist ein starker Anreiz für den Körper, sich umzubauen und zu verbessern.
Die Erfahrung lehrt, dass diese Übungen nicht wirklich erfolgreich über Text/Bild/Video eingeübt werden können. Aus diesem Grund werden sie an dieser Stelle nicht aufgelistet und finden sich nach reiflicher Überlegung nicht in dem Buch "Ganzheitliche Heilkunde für Körper, Geist und Seele". Auf meiner ursprünglichen Webseite "www.holistische-Medizin.info" aus dem Jahr 2004, die von dieser Webseite abgelöst wurde, finden sich noch Auszüge des Übungskonzeptes.
Aus meiner Sicht können diese Übungen derzeit nur über einen "Biokinematik-Therapeuten", in der Klink für Biokinematik oder bei einem unserer Seminare richtig erlernt werden. (Seminarinfo hier klicken)
Information zu den Übungen:
Es handelt sich um Übungen, die sich stark von Kraft-/Fitnessübungen oder Stretching-/Dehnungstechniken unterscheiden! Dehnen und Stretching kann muskuläre Beschwerden überhaupt erst fördern, da es das muskuläre Bindegewebe im Sinne eines Überdehnungs-Schutzreflexes aktiviert. Deshalb wird beim Konzept der Biokinematik niemals gedehnt.
Insgesamt besteht es aus ca. 20 einzelnen Übungen, die jeweils die Wiederherstellung der muskulären Funktion und Beweglichkeit einer bestimmten Muskelkette zum Ziel haben. Sie eignen sich auch hervorragend zur Prophylaxe von Arthrose, weil die Aufrechterhaltung und Erneuerung des Gelenknorpelesvon der muskulären Führung des Gelenkes und dessen Beweglichkeitsumfang abhängig ist. Während zahlreiche Behandlungstechniken der Physiotherapie bei chronifizierten Schmerzen eine Linderung erreichen, wird durch das Umtrainieren des eigenen Körpers eine dauerhafte Linderung/Schmerzfreiheit möglich. Der große Vorteil des Behandlungskonzeptes ist die aktive Einbindung des Patienten in seinen Gesundungsprozess. Es wird vermittelt, wodurch der Körper aus seiner Balance geraten ist und auf welche Weise er sich wieder in einen harmonischen Zustand zurückführen lässt. Im Gegensatz hierzu sind viele bisherige Ansätze zu passiv und binden den Betroffenen nicht aktiv ein - ein Fehler, denn der Funktionszustand einer Muskelstruktur kann dauerhaft nur von innen heraus (durch den Patienten) verändert werden.
Das Konzept steht und fällt allerdings mit der Bereitschaft des Betroffenen zur regelmäßigen Durchführung des Trainings - am anfangs einige Stunden täglich bis hin zu einige Stunden in der Woche nach dem Auflösen der Probleme. Ergänzt wird es um Hinweise zur Vermeidung einseitiger Belastungen - hierzu zählen auch bestimmte Sportarten.
Übungsdauer:
Wie lange diese Bewegungsübungen durchgeführt werden müssen, ist sehr individuell und kann im Einzelfall Wochen / Monate betragen. Im Normalfall spürt der Betroffene nach einer Zeit von einer Woche erste Verbesserungen; Erstverschlimmerungen im Falle von Schmerzen sind möglich, klingen aber meist innerhalb von Tagen ab.
Wer darf nicht üben?
Sofern größere Störungen vorliegen, kann die Überwindung des Schmerzes bzw. die Übungsdurchführung anfangs unmöglich sein. Hier ist vorab eine (oft manuelle) Therapie erforderlich, welche die Übungsfähigkeit überhaupt erst herstellt. Es gibt auch eine Reihe von Erkrankungen (akute Verletzungen, Prothesen, Tumorerkrankungen u.a.), bei denen diese Therapie nicht anwendbar ist. Um vorab eine Einschätzung zu haben, nutzen Sie bitte das Kontaktformular. Falls Sie Zweifel an der Ungefährlichkeit dieser Übungen haben bzw. an dem betreffenden Körperteil operiert wurden, kann eine Konsultation mit ihrem behandelnden Arzt/Therapeuten sinnvoll sein.
Ein Bandscheibenvorfall zählt in der Regel nicht zu den genannten Ausnahmen und ist im Regelfall hervorragend zu therapieren. Hierbei gilt, das Beschwerden der Lendenwirbelsäule tendenziell schneller und einfacher zu behandeln sind als Probleme im Bereich der Halswirbelsäule.
Eine Auswahl an Fragen / Antworten (Menüpunkt Wissenswertes)
Beschaffenheit und Training eines Muskels
Warum ist die Bandscheibe kein Stossdämpfer?
Kann die Bandscheibe selbst schmerzen?
Welche Fehlhaltung bringt der Büroalltag mit sich?
Gibt es unterschiedlich lange Beine?
Wie beweglich sollte man sein?
Ein Muskel besteht aus vielen einzelnen Muskelfasern. Jede Faser ist aus vielen kleinen Getriebeelementen aufgebaut (Sarkomeren), welche die eigentliche Bewegung durchführen. In einem Muskeltraining oder im Fitness k...
Aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften (Füllvolumen bleibt gleich) leitet sie Stöße eher ungebremst weiter. Die Stoßdämpfung erfolgt in Wirklichkeit und damit entgegen der derzeit noch übli...
Nein.
Die Bandscheibe selbst ist nicht mit dem Nervensystem verbunden. Eine Reizübermittlung an das Gehirn (Schmerz) kann durch sie somit nicht stattfinden. Entgegen der derzeitigen schulmedizinischen Auffassung ist die Bandscheibe n...
Beim Sitzen am Computer werden meist beide Arme aufgelegt, die Schultern hochgezogen und der Kopf nach vorne geschoben. Hierdurch wird der Hals abgewinkelt, der Schwerpunkt des Kopfes ruht somit auf dem Brustbein und nicht mehr ens...
Angeborene (echte) Beinlängenunterschiede sind sehr selten. Allerdings gibt es zahlreiche Beinlängenunterschiede, die sich aus einem Beckenschiefstand heraus ergeben und Folge einer muskulären Verspann...
In der Regel kann man sich bei dem wünschenswerten Maß von Beweglichkeit an Schulkindern orientieren, die noch bewegliche und elastische Strukturen aufweisen.
Doch vor allem durch einseitige Belastungen der Muskulatur kommt ...


